Schafgarbe

„Erlaube dir die Zeit der Heilung“

Botanischer Name

Achillea millefolium

Wirkung

entzündungshemmend, antiseptisch, anregend, krampflösend, menstruationsregulierend, verdauungsfördernd, harntreibend, blutstillend

Verwendung als Heilkraut

Wegen ihrer außergewöhnlich fein gegliederten Blätter wird die Schafgarbe auch Tausendblatt – lateinisch Millefolium – genannt. Ein weiterer wunderschöner Name ist „die Augenbraue der Venus“. Und schon dieser Name lässt erahnen, welch besondere Frauenpflanze die Schafgarbe ist.

Sie begleitet uns Frauen bei allen Übergängen im Leben – vom monatlichen Zyklus bis hin zum Wechsel. Sie kann die Menstruation regulieren, sowohl wenn die Blutung zu stark als auch wenn sie zu schwach ist. Vor und während der Periode wirkt sie krampflösend, besonders dann, wenn die Blutung von Kreuzschmerzen begleitet wird. Auch bei Schwangerschaftsübelkeit wird die Schafgarbe in der Volksheilkunde gerne unterstützend eingesetzt. In den Wechseljahren lindert sie starke Schweißausbrüche und Hitzewallungen.

Bei all diesen Beschwerden kann zusätzlich zu Tee oder Tinktur auch ein Massageöl aus Schafgarbe wohltuend und lindernd wirken. Sanft auf Unterbauch und Kreuzbein aufgetragen und mit einer leichten Massage einmassiert, wird die Wärme der Schafgarbe spürbar und die Beschwerden fühlen sich leichter an.

Doch die Schafgarbe kann noch viel mehr.

Sie fördert die Durchblutung und ist deshalb eine wunderbare Begleiterin bei schweren Beinen, Venenbeschwerden und Krampfadern. Sie unterstützt die Venen dabei, das Blut wieder zurück zum Herzen zu transportieren, und kann bei Durchblutungsstörungen der Beine hilfreich sein. Hier können neben der innerlichen Anwendung auch Auflagen und Umschläge eine wohltuende Unterstützung sein. Auch bei Hämorrhoiden, gerade während der Schwangerschaft, findet die Schafgarbe in der Volksheilkunde ihren Platz.

Als Tee kann sie bei erhöhtem Blutdruck getrunken werden und wird auch dann eingesetzt, wenn die Gefahr einer Thrombose besteht.

Für ein Schafgarbenbad bereite ich einen stärkeren Absud zu. Solche Bäder können bei Gicht, Rheuma, Hämorrhoiden, ausbleibender Menstruation, Weißfluss, Krampfadern und auch bei Schuppenflechte angewendet werden.

Eine ganz besondere Eigenschaft der Schafgarbe ist ihre blutstillende Kraft. Sie kann sowohl bei inneren als auch bei äußeren Blutungen unterstützend wirken und ist deshalb auch für die Wundbehandlung eine wertvolle Pflanze.

Schafgarbensalben gehören für mich zu den besten wundheilenden Salben – neben Ringelblume und Arnika. Es fasziniert mich immer wieder, wie viel Heilkraft in Pflanzen steckt, die wir oft einfach am Wegesrand übersehen.

Auch für unsere Verdauung ist die Schafgarbe eine treue Helferin. Sie fördert die Verdauung und regt den Gallenfluss an. Bei Blasenschwäche und Blasenentzündung wird sie traditionell ebenfalls eingesetzt. Die entzündungshemmenden Inhaltsstoffe, unter anderem das Azulen, können die Heilung dabei unterstützen.

In der Volksheilkunde wird die Schafgarbe außerdem als Einschleuserpflanze für Natrium bezeichnet. Sie soll den Körper dabei unterstützen, Natrium besser dorthin zu bringen, wo es gebraucht wird, und einen aus dem Gleichgewicht geratenen Stoffwechsel wieder ins Lot zu bringen.

Meine Schafgarben-Tinktur
Ich setze die Schafgarbe auch gerne als Tinktur an, denn so hat man ihre Kraft über längere Zeit zur Hand.
Dafür nehme ich 1 Teil Schafgarbenkraut und 4–5 Teile hochprozentigen Alkohol. Das Glas darf dann etwa zwei Wochen an einem warmen und hellen Platz stehen.
Und natürlich wird die Tinktur einmal täglich geschüttelt – mit Liebe und guten Gedanken.
Nach drei Wochen wird alles abgeseiht und die Tinktur dunkel aufbewahrt.
Bei Bedarf werden davon etwa 10–15 Tropfen mit etwas Wasser verdünnt eingenommen.

Schafgarbe und die Schüßler-Salze
In der Volksheilkunde gilt die Schafgarbe als ganz besondere Pflanze. Man sagt ihr nach, dass sie alle 12 Schüßler-Salze beziehungsweise deren Mineralstoffe in ihren getrockneten und pulverisierten Blüten in sich trägt.

Ich schneide dafür bereits die frischen Blüten und die weicheren Stängel klein und lasse sie etwa 2–3 Wochen gut trocknen. Danach werden sie pulverisiert – dafür kann man einen Mörser, eine Kaffeemühle oder einen Mixbecher verwenden.
Das fertige Pulver kommt in ein Glas und wird dunkel aufbewahrt.
Ich gebe davon gerne etwas ins Müsli, in Aufstriche oder über das gekochte Gemüse. So kann die Schafgarbe ganz selbstverständlich Teil unserer täglichen Ernährung werden.
Ich finde es immer wieder wunderbar, wenn wir die Pflanzen nicht nur als „Heilmittel“ sehen, sondern sie ganz selbstverständlich in unseren Alltag und in unsere Küche einladen.

Die hell rosafarbenen Schafgarbenblüten werden in der Volksheilkunde als besonders heilkräftig beschrieben.

Und noch etwas Wichtiges
Bei einer Korbblütenallergie bitte vorsichtig sein.
Bitte die weiße oder hellrosa blühende Heilpflanze nicht mit den gezüchteten Gartenschafgarben in kräftigen Farben zu verwechseln. Diese Zuchtformen sind nicht mit der ursprünglichen Heilpflanze gleichzusetzen, sie besitzen nicht die heilkräftigen Inhaltsstoffen.

Verwendung in der Homöopathie

Traditionell wird Millefolium unter anderem bei Krampfadern, Verstimmungen im Magen-Darm-Bereich, erhöhtem Blutdruck und Blutungen eingesetzt, beispielsweise auch bei Nasenbluten.

Verwendung in der Küche

Die jungen, zarten Schafgarbenblätter können frisch in Salate gegeben werden. Fein geschnitten eignen sie sich wunderbar als würziges, frisches Kräutlein für Suppen und Soßen. Auch Kräutertopfen, Aufstriche und Kräuterbutter bekommen durch die Schafgarbe einen ganz besonderen, feinen und leicht herben Geschmack.

Als Gewürz ist die Schafgarbe vor allem bei schweren und fettreichen Speisen eine wertvolle Begleiterin. Sie unterstützt die Verdauung und passt deshalb wunderbar zu Schweinsbraten, Gänsebraten, Schafbraten und anderen kräftigen Gerichten.

Auch getrocknet und pulverisiert lässt sich die Schafgarbe ganz einfach in den täglichen Speiseplan integrieren. Ich gebe das Pulver gerne ins Müsli, in Aufstriche oder über das gekochte Gemüse. So wird aus der Heilpflanze ein wertvolles Küchenkraut, das wir ganz einfach in unseren Alltag und in unsere Ernährung einbauen können.

Signatur

Mond, Venus

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