Linde

"Heimat / Verbundenheit"
Linde

Botanischer Name

Tilia platyphyllos – Sommerlinde / Tilia cordata – Winterlinde

Wirkung

schweißtreibend, hustenlindernd, entzündungshemmend, schleimlösend, reizlindernd, krampflösend, beruhigend, schlaffördernd, blutverdünnend, harntreibend, durchblutungsfördernd

Verwendung als Heilkraut

Die Lindenblüte zählt zu den bewährtesten Heilpflanzen bei Erkältungskrankheiten. Sie kann bei Husten, Schnupfen, Fieber, grippalen Infekten sowie Hals- und Ohrenschmerzen unterstützend eingesetzt werden.

Erkältungskrankheiten können oft rascher überwunden werden, wenn täglich 2 – 3 Tassen heißer Lindenblütentee getrunken werden. Dadurch wird das Schwitzen angeregt und die körpereigenen Abwehrkräfte aktiviert. Auch vorbeugend kann Lindenblütentee das Wohlbefinden fördern. Besonders Kinder sprechen häufig sehr gut auf die wohltuende Wirkung des Tees an. Lindenblütenhonig kann zusätzlich bei Halskratzen, Halsschmerzen und Husten lindernd wirken.

Bei Nasennebenhöhlenentzündungen mit Druckschmerzen, einem schweren Kopfgefühl und/oder Druck auf den Augenhöhlen kann Lindenblütentee dabei helfen, den Schleim zu lösen und dessen Abfluss zu unterstützen. Lindenblüten lassen sich zudem hervorragend mit anderen Heilkräutern wie Kamille, Eibisch, Thymian oder Johanniskraut zu wohltuenden Winter- und Erkältungstees kombinieren.

Auch in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) werden Lindenblüten bei Erkältungskrankheiten, grippalen Infekten und Halsentzündungen eingesetzt. Hildegard von Bingen schrieb der Linde eine wärmende und beruhigende Wirkung zu.

Neben ihrer Bedeutung bei Erkältungen werden Lindenblüten auch wegen ihrer krampflösenden und entspannenden Eigenschaften geschätzt. Sie können bei leichten Magenbeschwerden, nervösem Magen, innerer Unruhe und Anspannung wohltuend wirken.

Die durchblutungsfördernden und harntreibenden Eigenschaften der Linde kann bei Rheuma, Gicht und Hexenschuss genutzt werden. Pfarrer Johann Künzle empfahl Tee aus der inneren Rinde und den Blüten zur Linderung bei erschwertem und schmerzhaftem Wasserlassen. In der Volksheilkunde galten außerdem in Wein gekochte Lindenblüten als unterstützendes Mittel bei Blutarmut.

Äußerlich angewendet können Tee, Tinkturen oder Umschläge aus Lindenblüten die Heilung von Wunden, Furunkeln, Abszessen und juckenden, ekzemartigen Hautausschlägen fördern. Lindenblütenwasser oder ein schwacher Tee eignen sich als pflegendes Gesichtswasser für gestresste Haut, bei feinen Fältchen und Sommersprossen. Kompressen mit Lindenblütentee werden zudem gerne bei überanstrengten oder müden Augen verwendet.

Ein traditionelles Hausmittel ist Lindenblütenöl. Es kann bei Sonnenbrand, leichten Verbrennungen, entzündeten Hautstellen und Hämorrhoiden beruhigend und pflegend wirken. Dazu werden eine Handvoll Blüten mit etwa einem Viertelliter hochwertigem Trägeröl (Olivenöl, Sonnenblumenöl, Mandelöl, etc.) übergossen und acht bis zehn Tage an einem sonnigen Platz ziehen gelassen. Nach dem Abseihen wird das Öl in eine dunkle Flasche gefüllt.

Pulver aus Lindenholzkohle, das in Apotheken erhältlich ist, wurde und wird als natürliches Zahnreinigungsmittel genutzt. Innerlich angewendet kann eine kleine Menge morgens und abends bei Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung, Durchfall, Blähungen, Appetitlosigkeit oder häufigem Aufstoßen unterstützend wirken. Auch bei Haustieren kann Lindenholzkohle bei Durchfällen eingesetzt werden, vor allem dann, wenn diese durch Vergiftung entstanden sind.

Tee aus Lindenblüten und jungen Lindenblättern wirkt allgemein beruhigend und entspannend. Er kann bei Nervosität, Unruhe, Stress, Stimmungsschwankungen und leichten depressiven Verstimmungen wohltuend sein und wird gerne als natürliche Einschlafhilfe verwendet. Ebenso können stressbedingte oder durch Nervosität ausgelöste Kopfschmerzen gelindert werden. Ein abendliches Bad mit starkem Lindenblütentee verstärkt die entspannende Wirkung zusätzlich.

Nicht nur die Heilwirkung, sondern auch der Duft der blühenden Linde wird seit jeher geschätzt. Der fein aromatische Duft kann beruhigend auf ängstliche, nervöse oder niedergeschlagene Menschen wirken. Dem natürlichen Duftstoff Farnesol wird nachgesagt, dass er dabei helfen kann, innere Anspannung zu lösen und das emotionale Wohlbefinden zu fördern.

Bitte beachten: Lindenblütentee sollte nicht über einen längeren Zeitraum ohne Unterbrechung getrunken werden. Nach etwa zwei Wochen Anwendung empfiehlt es sich, eine mehrwöchige Pause einzulegen, bevor die Teekur erneut begonnen wird.

Die Linde ist zudem eine der wichtigsten Bienenpflanzen. Ihre reichhaltigen Blüten liefern den Bienen wertvollen Nektar und tragen zur Entstehung des besonders aromatischen Lindenhonigs bei. Damit ist die Linde nicht nur für die Gesundheit des Menschen, sondern auch für die Natur von großer Bedeutung.

Verwendung in der Homöopathie

Tilia wird bei starker Schweißabsonderung, bei allergischen Hautausschlägen, Rheuma, Heuschnupfen gegeben

Verwendung in der Küche

Die Verwendung von Lindenblättern und -blüten sind eher unbekannt, jedoch lässt sich einiges im Internet finden, dass man ausprobieren kann. Experimentieren Sie selbst! zB. Junge Blätter im Frühjahr kann man als Zutat für Salate, Aufstriche verwenden, aus den Blüten lässt sich Lindenblütensirup und Lindenblütenzucker für Kuchen und Süßspeisen herstellen. Lindenblätter eignen sich zum Färben von Wolle und Stoffen, je nach Färbdauer entstehen Gelb- bis Brauntöne.

Signatur

Merkur, Jupiter, Venus, Mond

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