Mutterkraut
Botanischer Name
Tanacetum parthenium
Wirkung
schmerzstillend, beruhigend, entspannend, krampflösend, fiebersenkend, menstruationsfördernd, uterusstimulierend/wehentreibend, wehenregulierend, entzündungshemmend, antibakteriell, pilzhemmend, appetitfördernd, leberentgiftend
Verwendung als Heilkraut
Sieht aus wie Kamille, riecht fast wie Kamille, hat aber ganz andere Blätter. Mutterkraut ist ein enger Verwandter von Kamille und Rainfarn. Bereits Hildegard von Bingen verwendete den als Frauenminze, Fieberkraut oder Jungfernkraut bezeichneten Korbblütler bei zahlreichen Frauenbeschwerden. Historische Quellen berichten von seiner schmerzlindernden, krampflösenden und beruhigenden Wirkung. Obwohl Mutterkraut lange Zeit in Vergessenheit geraten war, erfreut es sich wieder zunehmender Beliebtheit.
Heute kennt man Mutterkraut vor allem als Heilpflanze gegen Kopfschmerzen und zur Linderung von Migräne. Der Inhaltsstoff Parthenolid kann die übermäßige Ausschüttung von Serotonin beeinflussen. Da Störungen im Serotoninstoffwechsel als möglicher Auslöser von Migräne gelten, wird Parthenolid eine unterstützende Wirkung bei Migräne und starken Kopfschmerzen zugeschrieben. Zudem besitzt es entzündungshemmende Eigenschaften und kann regulierend auf die Blutgefäße im Gehirn wirken.
Gerade bei Migräne wird häufig die Meinung vertreten, dass die Einnahme von Fertigpräparaten wie Kapseln oder Tabletten bessere Ergebnisse erzielt als Mutterkrauttee allein. Die Anwendung solcher Präparate ist jedoch nicht für die Akutbehandlung vorgesehen, sondern entfaltet ihre Wirkung meist erst bei einer regelmäßigen Einnahme über einen längeren Zeitraum.
Mutterkraut wirkt beruhigend auf das Nervensystem und kann bei Stress, innerer Unruhe und Erschöpfung unterstützend wirken. Dadurch kann es auch vorbeugend gegen Kopfschmerzen und Migräne eingesetzt werden.
Doch Mutterkrauttee ist nicht nur bei Kopfschmerzen beliebt. Er kann auch bei grippalen Infekten, Fieber, Husten, Asthma, Bronchitis und Heuschnupfen verwendet werden. Darüber hinaus regt Mutterkraut den Appetit an, unterstützt bei Leberträgheit und kann die Leber bei ihren Entgiftungsaufgaben begleiten.
Ein starker Tee oder Absud kann als Waschung oder Umschlag die Heilung eitriger Wunden und Insektenstiche unterstützen. Zudem eignet sich der Tee zur Hautpflege. Ein Fußbad kann bei geschwollenen und brennenden Füßen wohltuend sein. Auch bei Rheuma und Gelenkschmerzen kann Mutterkraut innerlich wie äußerlich zur Linderung beitragen.
Mutterkraut als Frauenkraut
Mutterkraut gilt seit der Antike als traditionelles Frauenkraut. Es wird eingesetzt, um eine stockende oder unregelmäßige Menstruation anzuregen, den Zyklus zu regulieren sowie PMS-Beschwerden und Menstruationskrämpfe zu lindern. Auch eine Förderung des Eisprungs wird ihm in der Volksheilkunde zugeschrieben.
Vorsicht in der Schwangerschaft: Während der Schwangerschaft sollte auf Mutterkraut verzichtet werden, da es die Gebärmutter stimulieren und Wehen fördern kann. Eine Anwendung wird daher erst kurz vor dem Geburtstermin empfohlen.
Während der Geburt kann Mutterkraut die Tätigkeit der Gebärmutter unterstützen und gleichzeitig Verkrampfungen entgegenwirken. Nach der Geburt wird ihm eine fördernde Wirkung beim Austreiben der Nachgeburt sowie bei der Rückbildung der Gebärmutter zugeschrieben. Mutterkraut zählt deshalb zu den sogenannten Strohbettkräutern.
In den Wechseljahren wird Mutterkraut traditionell zur Linderung hormonell bedingter Beschwerden eingesetzt. Es lässt sich gut mit anderen Frauen- und Wechseljahrskräutern kombinieren, beispielsweise mit Rotklee, Schafgarbe, Melisse, Traubensilberkerze, Herzgespann, Hopfen, Salbei oder Weißdorn – je nachdem, was individuell als wohltuend empfunden wird.
Wichtiger Hinweis:
Die hier gesammelten Anwendungsmöglichkeiten beruhen auf traditioneller Volksheilkunde und persönlichen Erfahrungen. Sie ersetzen weder die Beratung durch einen Arzt oder Apotheker noch eine notwendige medizinische Behandlung.
Vorsicht ist außerdem bei einer bekannten Allergie gegen Korbblütler geboten.
Bitte handelt stets eigenverantwortlich.
Verwendung in der Küche
Verwendung in der Homöopathie
Unter der Bezeichnung „Pyrethrum parthenium“ als Urtinktur aus der frischen Pflanze in Apotheken erhältlich zur Behandlung bei Migränesymptomen und Kopfschmerzen
Signatur
Venus, Sonne
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